05.03.2021

Ausflug ins Fundarchiv

Vera und Anna werden durch das Fundarchiv geführt (Foto: Altertumskommission/Reck).

Einblick in die Schatztruhe westfälischer Geschichte

Nachdem seit dem Lockdown keine Dienstreisen mehr stattfinden konnten, waren die vergangenen Wochen und Monate im Büro ein wenig eintönig: fast alle Kollegen im Homeoffice und in der Regel nur Schreibtischarbeit. Da wurde ein unverhoffter Besuch im Nachbarspeicher, dem Fundarchiv der LWL-Archäologie für Westfalen, zum absoluten Höhepunkt!

Auf der Suche nach Repliken wurden Anna, Vera und ich in das Archiv geführt. Die verschiebbaren Rollregale sind dort bis oben hin gefüllt mit unscheinbaren, braunen Kartons; feinsäuberlich beschriftet und nummeriert. Doch in jeder noch so unspektakulären Box versteckt sich ein Stück westfälische Geschichte: Hunderte oder gar tausende Jahre alte Zeugnisse menschlichen Schaffens; Funde, wie Keramikgefäße und –fragmente oder Feuersteingeräte, die es den Archäologen und Archäologinnen erlauben Fundplätze zu datieren oder anhand der spezifischen Formgebung und Verzierung ganze Kulturerscheinungen zu definieren. Hierher gelangen also jene Funde, die nicht in den Museumsvitrinen landen. Wer würde hier nicht gerne einen Nachmittag lang stöbern?

  • Anna zwischen den hohen Regalen des Fundarchivs (Foto: Altertumskommission/Reck).

  • Vera posiert mit der Replik eines Schwertes vom Fundort Haltern (Foto: Altertumskommission/Reck).

  • Anne posiert kampfbereit mit der Replik eines römischen Helms (Foto: Altertumskommission/Lammers).

  • Zwei Repliken jungsteinzeitlicher Gefäße der Trichterbecherkultur (Foto: Altertumskommission/Reck).

Uns jedoch zog es zielgerichtet zu dem Regal, in dem die Fundrepliken aufbewahrt werden. Nach längerem Suchen fanden wir schließlich die Kopien der Gefäße, die wir brauchten. Bevor wir allerdings wieder in unseren Speicher 7 hinübergehen mussten, zeigte uns Vera noch einmal die Klimakammer. In diesem Raum werden vor allem Metallfunde gelagert. Luftfeuchtigkeit und Temperatur müssen hier auf einem konstanten Wert bleiben, um den weiteren Zersetzungsprozess an den Fundstücken bestmöglich entgegenwirken zu können und sie so im gegenwärtigen Zustand erhalten zu können. Nach einer kurzen Führung mussten wir aber leider wieder gehen. Mein Versuch unauffällig zurückzubleiben, um mich noch etwas länger umsehen zu können, scheiterte kläglich am aufmerksamen Auge Veras. Vollzählig ging es also schließlich wieder zurück in die AKo und an den Schreibtisch.

  • Vera zeigt uns die Klimakammer (Foto: Altertumskommission/Reck).

  • Metallbeile verschiedener Zeitstellungen (Foto: Altertumskommission/Reck).

  • "Anne, kommst du?", fragte Vera mit einem Zwinkern (Foto: Altertumskommission/Reck).


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