03.08.2016

„Maschendrahtzaun in the morning“

oder die Suche nach den Resten eines Megalithgrabes

Gestern Morgen waren wir in Seeste bei Westerkappeln unterwegs, um eine geomagnetische Prospektion vorzubereiten. Wir wollen mit einer solchen Messung versuchen, Findlinge oder deren Standspuren im Boden wiederzufinden, die einmal zu einem Großsteingrab gehört haben. Das Grab von Seeste ist uns durch eine alte Zeichnung bestens bekannt, heute allerdings ist es leider fast völlig zerstört: Nur noch wenige Findlinge liegen in der Böschung an der Straße, an der auch ein Radweg entlang führt. Beim Bau dieses Radweges vor einigen Jahren wurden selbst diese wenigen Steine nochmals verlagert, und ein Maschendrahtzaun, der eine angrenzende Schafweide von der Straße abgetrennt hatte, wurde in der Böschung praktisch „begraben“.

  • Jede Menge Stracheldraht ...

  • ... und Maschendrahtzaun ...

  • ... und dazwischen noch einzelne Steine vom ehemaligen Grab.

Damit wir unsere Prospektion, die vor allem auf der Schafweide am Rand der Böschung stattfinden soll, ohne magnetische Störfaktoren durchführen können, waren nun erstmal Aufräumarbeiten angesagt. Mit Metalldetektor und Zange bewaffnet, ging es zwischen Brennnesseln und hohem Gras auf die Suche nach den Zaunresten. Dabei fanden wir auch sehr viel Stacheldraht, der offenbar vor dem Maschendrahtzaun das Vieh von der Straße ferngehalten hatte. Teile dieses Zauns steckten so tief in der Erde, dass wir sie nur mit Hilfe von Stahlseilen und unseres Allrad-angetriebenen LWL-Bullies herausziehen konnten! Herzlicher Dank sei an dieser Stelle Wilfried Schneider von der LWL-Archäologie für Westfalen für seine umsichtige Hilfe ausgesprochen. Nun kann es losgehen mit der Prospektion!
  • Zuerst muss aufgeräumt werden. Entweder mit Muskelkraft ...

  • ... oder sogar mit schwerem Gerät.

Text und Fotos: K. Schierhold

Kategorien: Megalithik · Bei der Arbeit

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