Na, wer kommt denn da?

23.04.2026 Lukas Riering

Unterwegs in Südwestfalen

Im Rahmen unseres Burgenprojekts ging es Ende März zu einigen der letzten Wallburgen, die im Zuge des Projekts untersucht werden sollen. Ziel war dieses Mal das Sauer-/Siegerland, wo wir uns für insgesamt drei Tage einquartierten. Die Außenstelle Olpe der LWL-Archäologie unterstützte uns dankenswerterweise an allen drei Tagen.

Sauerland – ein schönes Reiseziel, dachten wir zumindest, bis wir vor Ort den ersten Schnee liegen sahen. Für Arbeiten im Gelände hatten wir uns Ende März nicht unbedingt das günstigste Wetter ausgesucht. Im weiteren Verlauf des Tages wechselten sich im Minutentakt Schnee, Hagel, kräftiger Sonnenschein und teils heftige Regenschauer ab. Der morgendliche Schnee relativierte sich damit schnell. 

Am Montag stand zunächst die Wallburg Kirchilpe auf dem Programm. Die Anlage liegt halbkreisförmig im Hang des Ilpebaches und ist im Gelände noch gut nachvollziehbar. Gerade hier wurde deutlich, wie stark topographische Gegebenheiten die Anlage solcher Befestigungen bestimmen.

Im Anschluss beendeten wir den Arbeitstag früher als geplant und quartierten uns in einem Hotel in Saalhausen ein. Der Ort erwies sich als passender Ausgangspunkt: ein kleiner Kurort mit Fachwerkhäusern, großzügigem Park und unser Hotel fiel zudem durch eine eigene Bierproduktion auf – ein Detail, über das wir uns am ersten (und nicht weniger am zweiten) Abend durchaus freuten.

 

  • Eine Schneelandschaft erwartete uns im Sauerland (Riering/AKo)

  • Blick auf den Hauptwall der Wallburg Kirchilpe (Jüngerich/AKo)

  • Blick auf Saalhausen (Riering/AKo)

Und es wurde Tag 2...

Am zweiten Tag ging es weiter zum Kindelsberg im Siegerland. Die exponierte Lage ist schon von Weitem durch den markanten Funkturm, bekannt aus dem Logo der Krombacher Brauerei, erkennbar. Archäologisch zeigte sich die Anlage jedoch als stark überprägt. Ein Umstand, der zwar erwartet war, vor Ort aber dann doch überraschte: So fand sich in einer Bohrung eine Glasscherbe in einem Meter Tiefe und so schmuggelte sich auch der ein oder andere Kronkorken aufs Dokumentationsfoto.

Mit etwas besserem Wetter machten wir uns dann am zweiten Tag auf, den Kurort zu entdecken. Im Ortskern liegt ein großer Kurpark. Ganz entspannen konnten wir jedoch erst, als uns chatgpt aufklärte, welche 5 kg schweren Tiere uns in dem Park verfolgten: Es waren sogenannte „Warzenenten“. 

 

  • Das schwere Gerät wird übers Gelände getragen (Riering/AKo)

  • Eine sogenannte "Warzenente" (Riering/AKo)

  • Bohrung auf dem Oedingerberg (Jüngerich/AKo)

Schließlich die letzte Anlage...

Den Abschluss bildete der Oedingerberg. Die logistisch anspruchsvollste Station hatten wir uns für den letzten Tag aufgehoben: Das Bohrgerät musste über schmale Wege und steile Passagen den Berg hinaufgetragen werden. Zum Abschluss ging es noch gemeinsam essen, bevor wir die Rückfahrt nach Münster antraten.

Insgesamt zeigte die Dienstreise einmal mehr die große Bandbreite der Wallburgen im südwestfälischen Raum. Es handelt sich um Anlagen, über die wir bislang wenig wissen und auf deren Ergebnisse wir nun spannend warten. Die Bohrungen können wir als großen Erfolg verwerten: Über drei Dutzend Proben wurden gewonnen und sind inzwischen bereits auf dem Weg nach Vilnius zur Beprobung.