Tag der Megalithik 2022

03.05.2022 Anna Lammers

Von links: Christiane Mackensen (Bürgermeisterin Stadt Soest), Vorsitzenderder LWL Landschaftsversammlung Klaus Baumann, Aurelia Dickers (Vorsitzende der AKo) und Vera Brieske (Geschäftsführerin der AKo) an der Steinkiste von Soest Hiddingsen (Foto: AKo/Lammers).

Ein buntes Programm am Großsteingrab Soest-Hiddingsen

Am Samstag, 23.4.2022, wurde das jungsteinzeitliche Grab beim sonnigen »Tag der Megalithik« gebührend gefeiert – einem europaweiten Event immer am letzten Aprilwochenende. Rund 100 große und kleine Besucher:innen amüsierten sich beim bunten Programm. 

Ein Ort, der uns mit der Jungsteinzeit verbindet

Die Hiddingser Stätte ist ein Zeugnis des europäischen Phänomens der Megalithkultur. Sie spricht damit vom Leben und der weiten Vernetzung der jungsteinzeitlichen Menschen – und bietet an diesem Tag besonderen Anlass, sich darüber zu informieren und das eigene Leben in gedankliche Beziehung zu den frühen Siedlern zu setzen.

Dr. Ingo Pfeffer hielt am Grab zwei Führungen für die Besucher:innen ab (Foto: AKo/Lammers).

Es waren einmal … riesige Steine

Man muss schon genau hinschauen, um sich das Megalithgrab vorstellen zu können. Viel ist nicht mehr da von den etwa 25 Kalksteinplatten des ehemaligen Galeriegrabs aus der Steinzeit. Immerhin: Die Relikte ragen in schnurgeraden parallelen Linien aus dem heutigen Kiesbett. Man kann also die ursprüngliche Grabkammer mit 18,60 m Länge und 2,80 m Breite erkennen. Darin wurden mehrere Menschen einer Gemeinschaft über einen längeren Zeitraum hinweg kollektiv bestattet: Bei den Grabungen in den 1930er-Jahren fanden sich etwa 700 Zähne von Erwachsenen und Jugendlichen sowie Oberschenkelknochen von mindestens 98 Personen.

Hands-on: Wie geht „Steinzeit-Leben“?

Mit schweren Steinen Korn mahlen, damit man über dem Feuer Brot backen kann; festen Ton geschmeidig kneten, damit man Keramik herstellen und aus einer Schale essen kann; und die eigene Vorstellungswelt über die Steinzeit in Bilder fassen: Die Stationen zum Anfassen und Mitmachen waren wie immer besonders beliebt – und erkenntnisreich: »Da muss man ganz schön lange mahlen, bis man ein Brot backen kann!«

Kinder beim Mehlmahlen mit Mahlstein und Läufer (Foto: AKo/Lammers).

Kollektivgrab statt Einzelkiste – wäre das etwas für Sie?

Ein Weltcafé brachte die Besucher:innen zu einem lebhaften Austausch zusammen, unter anderem über das Thema »Bestattung«: Können Sie sich so etwas für sich vorstellen? Vom spontanen „Nein!“ einer kleinen Besucherin bis zu „Keine schlechte Idee!“ von anderen reichte das Stimmungsbild. Auf die Frage »Ein Megalithgrab heute bauen – wie würden Sie es anstellen?« gab es durchaus behördenerfahrene Antworten wie »Einen Bauantrag stellen« über praktisch orientierte: »Einen Statiker beauftragen« bis zur zeitgemäßen Reflexion über die Ökologie: „nachhaltige Materialien wählen – wie in der Jungsteinzeit“.

Wer das Grab heute besuchen möchte, findet auf kunstvollen Stahlelementen die zentralen Informationen und einen QR-Code zur Website der Altertumskommission.

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  • Die Besucher:innen diskutieren im World Café bei Kaffee und Kuchen (Foto: AKo/Reck).

  • Groß und Klein konnten ausprobieren wie schwer das Kornmahlen in der Steinzeit war (Foto: AKo/Lammers).

  • Die Kinderführung wurde anschaulich mit Bildern unterstützt (Foto: AKo/Lammers).

  • Nach dem mühsamen Kornmahlen wurden Kinder (und auch Erwachsene) mit Stockbrot belohnt (Foto: AKo/Lammers).

  • Bei Claudia Siemann konnte man töpfern und Figuren aus Ton formen (Foto: AKo/Lammers).

  • Kinder formen Tierfiguren aus Ton (Foto: AKo/Reck).

  • Besucher:innen hören der Führung von Dr. Ingo Pfeffer am Grab zu (Foto: AKo/Lammers).